„Prüfen. Rufen. Drücken!“ – Martin-von-Adelsheim-Schule setzt seit einem Jahrzehnt auf praktische Wiederbelebung
Was tun, wenn plötzlich ein Mensch zusammenbricht und nicht mehr atmet? Für die Schülerinnen und Schüler der Martin-von-Adelsheim-Schule ist die Antwort keine graue Theorie. Seit mittlerweile zehn Jahren gehört das Reanimationstraining fest zum Schulcurriculum. Auch in diesem Jahr stand deshalb im Rahmen der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ wieder alles unter dem Motto: „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation.“
Rund 160 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 sowie Lehrkräfte trainierten die lebensrettenden Handgriffe. Einen besonderen Auftakt gab es in diesem Jahr durch Privatdozent Dr. med. Harald Genzwürker, der mit einem Fachvortrag aus der Sicht eines Notarztes eindrucksvoll vermittelte, wie entscheidend schnelles Handeln im Ernstfall sein kann.
„Die Resonanz der Schülerinnen und Schüler war sehr gut. Ausnahmslos alle waren mit großer Begeisterung dabei“, berichtet die verantwortliche Lehrkraft Sigrid Albrecht. Und nicht nur die Jugendlichen übten fleißig – auch die Klassenlehrkräfte gingen selbst an die Übungspuppen.
Lebensrettung kann man lernen
Dass Wiederbelebung bereits im Schulalter vermittelt werden sollte, steht für Schulleiter Florian Loser außer Frage: „Lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten nicht erst beim Führerschein ins Bewusstsein rücken oder erst dann zum Thema werden, wenn eine Notsituation eingetreten ist.“
Die theoretischen Grundlagen wurden zuvor im Biologieunterricht gelegt. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit der Funktionsweise von Herz und Lunge und konnten dieses Wissen anschließend unmittelbar praktisch anwenden. Unterstützt wurde die Schule dabei vom DRK. Im Rahmen der Initiative „Löwen retten Leben“ trainierte jeder Schüler an einer eigenen Übungspuppe die Herzdruckmassage. Auch der Umgang mit einem AED – einem automatisierten externen Defibrillator – wurde erklärt und praktisch geübt.
„Jeder kann plötzlich in die Situation geraten, Ersthelfer zu sein. Denn ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen“, betont Sigrid Albrecht, Konrektorin der Martin-von-Adelsheim-Schule und Erste-Hilfe-Ausbilderin beim DRK.
„Man kann nichts falsch machen – außer nicht zu helfen“
Im Mittelpunkt des Trainings steht eine einfache, aber entscheidende Botschaft: „Prüfen. Rufen. Drücken!“
Ist eine Person bewusstlos und atmet nicht normal, muss sofort über die 112 der Rettungsdienst alarmiert und mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Fest und zügig wird dabei in der Mitte des Brustkorbs gedrückt – und zwar so lange, bis professionelle Hilfe eintrifft.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Überwindung der eigenen Hemmschwelle. Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen. Genau diese Angst soll das Training nehmen. Denn: „Man kann nichts falsch machen – außer nicht zu helfen.“
Nach zehn Jahren ist das Reanimationstraining an der Martin-von-Adelsheim-Schule längst mehr als ein einzelner Aktionstag. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei eine Fähigkeit, die sie jederzeit und überall brauchen könnten – und mit der sie im Ernstfall tatsächlich ein Leben retten können.
Zum Abschluss bedankte sich Sigrid Albrecht bei allen Helferinnen und Helfern, insbesondere bei den Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern der Martin-von-Adelsheim-Schule, die den Aktionstag tatkräftig unterstützten.

